Schwere Gewichte, laute Musik, Treadmills in Reih und Glied – das klassische Fitnessstudio-Bild verblasst in Hollywood gerade merklich. Was stattdessen boomt: Reformer Pilates. Die Methode, die Joseph Pilates in den 1920er Jahren ursprünglich zur Rehabilitation von Verletzungen entwickelte, ist heute das meistgebuchte Workout weltweit. 2024 überholte Pilates auf der Buchungsplattform ClassPass sogar Yoga und Krafttraining. Und wer einen Blick auf die Instagram-Seiten der einflussreichsten Stars wirft, versteht warum.
Kendall Jenner: Exklusiv, präzise, konsequent
Kendall Jenner ist eines der bekanntesten Gesichter des Pilates-Booms – und das nicht nur, weil Paparazzi sie regelmäßig beim Verlassen von Studios in Los Angeles fotografieren. Sie trainiert unter anderem bei Forma Pilates, einem Referral-only-Studio in LA, das nur auf Empfehlung zugänglich ist. Kleine Gruppen, hochwertige Geräte, präzise Technik.
Was Pilates für Jenner und viele andere große Models besonders attraktiv macht: Die Methode baut Kraft auf, ohne Masse hinzuzufügen. Präzise Sequenzen auf dem Reformer, kontrollierte Bewegungsabläufe und konsequente Körperspannung – das ist das Gegenteil von klassischem Krafttraining. Für einen Körper, der lang, definiert und beweglich bleiben soll, ist das eine logische Wahl.
Lady Gaga: Pilates als medizinische Notwendigkeit
Bei Lady Gaga geht es beim Pilates weniger um Ästhetik als um Gesundheit. Die Sängerin leidet an Fibromyalgie, einer chronischen Erkrankung, die weitverbreitete Schmerzen und Erschöpfung verursacht. Hochintensives Training ist in Phasen eines Schubs keine Option. Pilates ist es – weil die Methode gelenkschonend, low-impact und trotzdem effektiv ist.
Gaga trainiert seit Jahren auf dem Reformer und hat das auch öffentlich kommuniziert. Ihr Fazit: Die Methode halte sie fit für ihre aufwendigen Bühnenshows, ohne ihren Körper zusätzlich zu belasten. Für sie ist Pilates kein Trend, sondern ein therapeutisches Fundament.
Meghan Markle: Pilates als langfristiger Begleiter
Auch Meghan Markle zählt zu den bekanntesten Pilates-Fans unter den Prominenten. Die Duchess of Sussex hat Pilates als festen Bestandteil ihrer Fitnessroutine etabliert – vor und nach ihrer Schwangerschaft, durch Umzüge und öffentliche Umbrüche hindurch. Die Methode passt zu ihrem Ansatz: keine Extremsportarten, keine drastischen Maßnahmen, sondern kontinuierliche, nachhaltige Bewegung.
Jennifer Aniston: Vom Skeptiker zur Überzeugten
Jennifer Aniston hat offen erzählt, dass sie Pilates ursprünglich nicht verstanden hat. Ein erster Versuch vor über 20 Jahren brachte sie nicht weit. Dann fand sie den richtigen Trainer – und beschreibt Pilates seitdem als eine Art bewegte Meditation. Ihr Satz dazu: Wer einmal den richtigen Lehrer gefunden hat, versteht, warum diese Methode so funktioniert.
Was steckt hinter dem Boom?
Der Pilates-Hype ist kein reines Promi-Phänomen. Er spiegelt einen breiteren Wandel im Fitnessbewusstsein wider. Nach Jahren von HIIT, Heavy Lifting und Bootcamps suchen viele nach etwas Nachhaltigerem – Workouts, die den Körper fordern, ohne ihn zu verschleißen. Pilates bietet genau das: Rumpfstabilität, Haltung, Mobilität und Kraft, ohne die Gelenke dauerhaft zu belasten.
Dazu kommt der soziale Aspekt. Pilates-Studios sind keine anonymen Trainingshallen – sie sind kleine, oft exklusive Räume mit intensiver Betreuung. In LA gibt es mittlerweile Studios mit Wartelisten, in London hat Pilates in kürzester Zeit Yoga vom Thron der Mind-Body-Workouts gestoßen. Club Pilates, die weltweit größte Pilates-Kette, wuchs zwischen 2015 und 2024 von 30 auf über 1.000 Standorte.
Die Methode, die 100 Jahre alt ist – und gerade erst ankommt
Was Joseph Pilates 1926 als Rehabilitationsmethode für verletzte Kriegsheimkehrer entwickelte, hat den Weg in die Boutique-Studios der Welt gefunden. Der Reformer – ein federbetriebenes Gleitkissen-Gerät – ist heute das Statussymbol des modernen Trainings. Wer Hailey Bieber, Kendall Jenner oder Meghan Markle mit Grip-Socken und Sportbag beobachtet, sieht nicht nur einen Fitnesstrend. Man sieht eine Bewegung, die zeigt, dass das beste Workout nicht das lauteste sein muss.


