Die britische Polizei von Thames Valley hat nach eigenen Angaben Gespräche mit der Staatsanwaltschaft geführt, nachdem neue Vorwürfe gegen Andrew Mountbatten-Windsor laut wurden – früher bekannt als Prinz Andrew. Im Zentrum steht der Verdacht, der 65-Jährige könne während seiner Zeit als britischer Sondergesandter für Handel vertrauliche Informationen an Jeffrey Epstein weitergegeben haben. Der umstrittene US-Finanzier und verurteilte Sexualstraftäter starb 2019.
In einer Stellungnahme bestätigte die Polizei, dass der Vorgang geprüft wird. Man habe sich dabei auch mit spezialisierten Staatsanwälten ausgetauscht. Weitere Details wollte die Behörde zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Einen konkreten Zeitplan, ob und wann daraus ein formelles Strafverfahren werden könnte, gebe es ebenfalls nicht – man arbeite jedoch „so schnell wie möglich“ an einer Entscheidung.
Andrew war zwischen 2001 und 2011 als Sondergesandter tätig. Aus E-Mails, die zuletzt im Zusammenhang mit neuen Dokumentenveröffentlichungen diskutiert wurden, sollen Hinweise hervorgehen, dass er Berichte und Briefings aus seiner offiziellen Arbeit an Epstein weitergeleitet haben könnte – teils zu einem Zeitpunkt, als Epstein bereits vorbestraft war. Andrew weist Fehlverhalten seit Jahren zurück.
Auch der Palast reagierte: Buckingham Palace ließ erklären, König Charles sei bereit, die Behörden bei ihren Prüfungen zu unterstützen. Für Andrew ist es ein weiteres Kapitel in einer Affäre, die ihn längst zum Problemfall für die Monarchie gemacht hat – inklusive des schrittweisen Rückzugs aus offiziellen Aufgaben und der später angestoßenen Entziehung von Titeln und Privilegien.
Ob aus der aktuellen Prüfung tatsächlich ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wird, ist offen. Klar ist nur: Der Druck wächst – und mit ihm die Aufmerksamkeit auf jede neue Aktennotiz rund um Andrew und seine Kontakte zu Epstein.


