Natalie Portman erwartet ihr drittes Kind. Die Oscar-Preisträgerin hat die Schwangerschaft am 17. April 2026 in einem ausführlichen Interview mit Harper’s Bazaar bestätigt, einen Tag nachdem sie bei einem Spaziergang durch Paris mit sichtbarer Babybabykugel unter einem schwarzen Trenchcoat fotografiert worden war. Der Vater ist der französische Musikproduzent Tanguy Destable, mit dem die Schauspielerin seit rund einem Jahr liiert ist. Portman bezeichnet die Schwangerschaft als „Wunder“ und schlägt im Gespräch einen für Hollywood-Verhältnisse ungewöhnlich reflektierten Ton an – zwischen Dankbarkeit und dem Wissen darum, dass ihre Erfahrung nicht selbstverständlich ist.
Die Ankündigung bei Harper’s Bazaar
Der Bekanntgabe ging eine klassische Pariser Szenerie voraus. Ein schwarzer Mantel, dunkle Sonnenbrille, eine Tote Bag, ein geschlossener Knopf über dem wachsenden Bauch – in dieser Kombination wurde Portman im Frühjahr durch die französische Hauptstadt fotografiert, und kurz darauf platzierte sie gemeinsam mit Harper’s Bazaar das Interview, das die Spekulationen ersetzte. „Tanguy und ich sind sehr aufgeregt“, zitiert das Magazin sie. „Ich bin einfach nur dankbar. Ich weiß, wie privilegiert das ist und was für ein Wunder.“
Portman geht in dem Gespräch über den üblichen PR-Ton hinaus. Sie sei mit dem Bewusstsein aufgewachsen, wie schwer es sein könne, schwanger zu werden, sagt sie, und kenne viele Menschen in ihrem Umfeld, die genau diese Erfahrung gemacht hätten. Deshalb wolle sie respektvoll über ihre eigene Situation sprechen, gerade weil sie wisse, wie schön und wie nicht selbstverständlich eine Schwangerschaft sei. In diesem Ton spricht sie auch über das Alter. Mit 44 habe sie eine Dankbarkeit entwickelt, die ihr als junger Frau gefehlt habe, und eine Ruhe darüber, mit welchen Menschen sie ihre Zeit verbringen wolle. Es sei wahrscheinlich das letzte Mal, dass sie schwanger sei, und genau deshalb genieße sie jeden Moment.
Ihre Pressesprecherin Keleigh Morgan hat die Schwangerschaft gegenüber US-Medien bestätigt, ohne weitere Details zum Geburtstermin oder Geschlecht zu nennen. Portman selbst weist im Interview augenzwinkernd darauf hin, dass in Frankreich ein voller Schwangerschaftsverlauf auf 41 statt 40 Wochen gerechnet werde – sie bekomme also „eine Woche extra“ geschenkt.
Wer ist Tanguy Destable?
Der werdende Vater ist in Frankreich kein Unbekannter, im internationalen Klatschjournalismus aber erst seit Portmans Auftritten an seiner Seite richtig angekommen. Destable, 45, stammt aus Morlaix in der nordwestfranzösischen Bretagne und arbeitet als Elektronik-Produzent unter dem Künstlernamen Tepr. Sein erstes Album erschien 2015, seither hat er als Produzent und Remixer in verschiedenen Projekten mitgewirkt.
Privat stand er bis vor wenigen Jahren zehn Jahre lang an der Seite der französischen Schauspielerin Louise Bourgoin, die in Frankreich vor allem durch Filme wie La Fille de Monaco oder Un heureux événement bekannt wurde. Die Trennung von Bourgoin war Voraussetzung dafür, dass der heutige Lebensabschnitt mit Portman überhaupt beginnen konnte. Die beiden wurden im März 2025 erstmals öffentlich als Paar wahrgenommen, als Fotografen sie auf dem Weg zum Écoles Cinéma Club in Paris einander umarmend abgelichtet hatten. Seither verbringt Portman einen großen Teil ihrer Zeit in Paris und spricht in verschiedenen Interviews davon, wie sehr die Stadt ihr zum Zuhause geworden sei.
Der Blick zurück auf die Ehe mit Benjamin Millepied
Die Veränderung in Portmans Privatleben steht in sichtbarem Kontrast zu einer Ehephase, die öffentlich erst mit einer Feier und später mit einer Trennung verbunden war. 2012 heiratete sie den französisch-amerikanischen Tänzer und Choreografen Benjamin Millepied, den sie während der Dreharbeiten zu Black Swan kennengelernt hatte. Aus der Ehe stammen ihre beiden älteren Kinder, Sohn Aleph, heute 14, und Tochter Amalia, heute 9. 2023 wurden Berichte über eine außereheliche Beziehung Millepieds öffentlich, was die Trennung einleitete. Die Scheidung folgte 2024.
Portman spricht in dem Harper’s-Bazaar-Interview nicht direkt über die Trennung, zeichnet aber ein inneres Bild, das ihre heutige Haltung rahmt. Sie beschreibt das Wissen um die eigenen Bedürfnisse, um die Art von Energie, mit der sie sich umgeben wolle, und um die Erkenntnis, welche Menschen ihr gutträten. Es ist eine Sprache, die ohne direkten Rückgriff auf die Vergangenheit auskommt und doch nahelegt, dass die aktuelle Ruhe erarbeitet ist.
Paris, Körpergefühl und Gelassenheit beim dritten Kind
Körperlich beschreibt Portman die Schwangerschaft als überraschend entspannt. Sie habe mehr Energie, als sie erwartet hätte, und halte sich mit Schwimmen und Gyrotonics fit, einer Bewegungsform zwischen Tanz, Yoga und Trainings-Choreografie. Viel Zeit verbringe sie mit Aleph und Amalia, was ohnehin das Beste sei, was sie sich vorstellen könne. Dass die Schauspielerin ihre beruflichen Projekte der nächsten Monate offenbar bereits abgedreht hat, macht dieses zurückgelehnte Verhältnis zur Schwangerschaft möglich.
Auffällig ist auch Portmans Haltung zum Elternsein im Allgemeinen. Sie und Destable würden, so sagt sie, keine Stapel von Erziehungsratgebern kaufen. Man lerne es, wenn es so weit sei; man werde Fehler machen, egal wie sehr man sich anstrenge, und manches einfach richtig machen, ohne recherchieren zu müssen. Für eine Schauspielerin, die in Hollywood oft als besonders durchgeplant und zurückhaltend wahrgenommen wird, ist das ein bemerkenswert gelöster Ton.
Eine späte Elternschaft, die Raum lässt für alles andere
Portmans Ankündigung fügt sich in eine Reihe später Schwangerschaften prominenter Hollywood-Frauen ein, die inzwischen seltener als Ausnahme und häufiger als bewusste Entscheidung gelesen werden. Ihre eigene Tonlage macht den Unterschied. Statt in die üblichen Celebrity-Glanzformeln zu verfallen, spricht sie über Privilegien, über Dankbarkeit und über die Erfahrungen anderer Frauen, denen eine Schwangerschaft verwehrt bleibt. Das Bild, das am Ende des Interviews stehen bleibt, ist das einer Schauspielerin, die ihr Leben in Paris neu sortiert hat, mit einem französischen Musiker, der abseits des Hollywood-Apparats arbeitet, und mit zwei älteren Kindern, die sie Teil dieses neuen Kapitels werden lässt. Der Rest – Geburtstermin, Geschlecht, der konkrete Familienalltag – bleibt vorerst privat. Das ist angesichts der öffentlich aufgearbeiteten Trennung der vergangenen Jahre vielleicht der eigentliche Luxus.


