Das niederländische Königshaus nimmt Abschied von Cees Nooteboom. König Willem-Alexander (58) und Königin Máxima (54) erinnern in einem veröffentlichten Statement an den am Mittwoch verstorbenen Schriftsteller – ausdrücklich auch im Namen von Prinzessin Beatrix (88). Der Tenor: tiefe Anerkennung für einen Autor, der weit über die Landesgrenzen hinaus Spuren hinterlässt.
In der Würdigung nennt das Königshaus Nooteboom „einen unserer prominentesten Autoren“ und beschreibt ihn als literarische Stimme, die Kulturen miteinander verbinden konnte. Seine Texte hätten Menschen berührt – nicht durch Lautstärke, sondern durch Präzision, Beobachtungsgabe und eine feine, manchmal fast poetische Klarheit. Begleitet wurde die Botschaft von einem Schwarz-Weiß-Bild, das den Moment bewusst still und würdevoll wirken lässt.
Nooteboom wurde 92 Jahre alt. Sein Tod löste in den Niederlanden eine Welle der Anteilnahme aus – nicht nur, weil er über Jahrzehnte zu den prägenden Namen der Literatur zählte, sondern auch, weil seine Karriere etwas Seltenes geschafft hat: internationaler Ruhm, der in vielen Ländern fast noch stärker war als zu Hause. Besonders im deutschsprachigen Raum galt er lange als Ausnahmeautor, der „europäisch“ schrieb – unterwegs zwischen Sprachen, Städten und Perspektiven.
Bekannt wurde er für Romane, Essays, Reisebücher und Lyrik. Werke wie „Rituale“ und das Boekenweekgeschenk „Het volgende verhaal“ machten ihn zu einem der großen Erzähler seines Landes – und zu einem Schriftsteller, dessen Themen (Erinnerung, Identität, Fremde, Vergänglichkeit) überall verstanden wurden. Auch sein Lebensstil passte zu diesem Werk: Nooteboom galt als Reisender im besten Sinne, als jemand, der die Welt nicht nur bereiste, sondern literarisch durchdrang.
Mit dem öffentlichen Gedenken des Königshauses bekommt der Abschied nun einen offiziellen, sehr persönlichen Rahmen – und macht noch einmal deutlich, welchen Platz Cees Nooteboom im kulturellen Selbstverständnis der Niederlande einnimmt.


