Anthony Norman war völlig ahnungslos, als er während der Dreharbeiten zur zweiten Staffel von „Jury Duty“ von Schauspielern umgeben war. Der Protagonist der neuen Staffel „Company Retreat“ glaubte bis zum Ende, er organisiere tatsächlich ein Firmenevent für das Unternehmen Rockin‘ Grandma’s Hot Sauce. Die Amazon-Prime-Serie setzte damit ihr erfolgreiches Konzept fort, unwissende Personen in komplett inszenierte Situationen zu versetzen.
Norman durchschaute Inszenierung trotz auffälliger Situationen nicht
Während der gesamten Dreharbeiten bemerkte Norman nicht, dass seine vermeintlichen Kollegen professionelle Schauspieler waren. Selbst mehrere seltsame Ereignisse während des Firmenretreats weckten bei ihm keinen Verdacht. „Das lag vielleicht auch daran, dass alles so professionell wirkte“, erklärt Norman rückblickend. Seine Mutter äußerte zwar Bedenken und deutete an, dass etwas nicht stimmen könnte, doch Norman vertraute der scheinbar authentischen Arbeitsumgebung.
Besonders bemerkenswert ist, dass Norman selbst bei absurden Momenten keine Zweifel entwickelte. Die Schauspieler improvisierten teilweise übertriebene Charaktere und Situationen, die in einem echten Unternehmenskontext höchst ungewöhnlich gewesen wären. Dennoch interpretierte Norman diese Eigenarten als normale Marotten seiner neuen Kollegen und passte sich entsprechend an.
Unterschiede zur ersten Staffel mit Ronald Gladden
Anders als in der ersten Staffel, wo Ronald Gladden unwissentlich an einem fingierten Gerichtsprozess teilnahm, verlagerte sich das Szenario in Staffel zwei in ein Unternehmensumfeld. Norman dachte, er sei als Aushilfskraft eingestellt worden, um das jährliche Treffen des familiengeführten Unternehmens zu organisieren. Wie Gladden zuvor hatte auch Norman keine Kenntnis über das Format der Serie und besaß keine schauspielerischen Erfahrungen.
Das Produktionsteam musste für die zweite Staffel völlig neue Herausforderungen meistern. Während ein Gerichtssaal ein kontrolliertes Umfeld bietet, erforderte das Firmenretreat-Setting deutlich mehr logistischen Aufwand. Die Produzenten Jake Johnson und Josh Greenbaum entwickelten ein komplexes System aus versteckten Kameras und improvisierten Szenarien, um die Authentizität zu gewährleisten.
Produktionsteam enthüllte Wahrheit erst nach Drehschluss
Erst nach Abschluss aller Aufnahmen konfrontierte das Produktionsteam Norman mit der Realität. Sie zeigten ihm ein Bild von Ronald Gladden aus der ersten Staffel. Das Gesicht kam ihm bekannt vor, doch er konnte es nicht sofort zuordnen. Norman betont, dass er definitiv anders reagiert hätte, wenn er den Schwindel durchschaut hätte. Seine natürlichen Reaktionen während der Dreharbeiten sprechen für seine genuine Unwissenheit über die wahre Natur des Projekts.
Die Enthüllung erfolgte in einem emotionalen Moment, der ebenfalls gefilmt wurde. Norman beschreibt seine Reaktion als Mischung aus Schock, Verwirrung und schließlich Bewunderung für die aufwendige Produktion. Das Team erklärte ihm ausführlich den Entstehungsprozess und die monatelange Vorbereitung, die nötig war, um das realistische Setting zu schaffen.
Mehrere Faktoren verhinderten Normans Verdacht
Verschiedene Umstände trugen dazu bei, dass Norman die Inszenierung nicht erkannte. Er kannte die erste Staffel von „Jury Duty“ nicht und hatte keine Erfahrung als Schauspieler. Das professionelle Umfeld und das Fehlen eindeutiger Hinweise auf eine Inszenierung verstärkten seine Überzeugung, an einem echten Firmenevent teilzunehmen. Norman räumt ein, dass er hätte kritischer nachfragen können, doch wer rechne schon mit einem derartigen Setup.
Zusätzlich spielte die sorgfältige Auswahl der Schauspieler eine entscheidende Rolle. Jeder Darsteller erhielt eine detaillierte Hintergrundgeschichte und musste sich intensiv in seine Rolle einarbeiten. Die Kostüm- und Requisitenabteilung sorgte für authentische Details bis hin zu gefälschten Firmen-E-Mails und Dokumenten, die Norman während seiner vermeintlichen Einarbeitung erhielt.
Auswirkungen auf Reality-TV-Genre und Zukunftspläne
Der Erfolg von „Jury Duty“ hat das Reality-TV-Genre nachhaltig beeinflusst. Andere Produktionsfirmen entwickeln bereits ähnliche Formate, die auf dem Konzept der unwissenden Hauptperson basieren. Branchenexperten sehen darin eine Evolution des klassischen Reality-TV, das oft als zu inszeniert kritisiert wird.
Trotz der Erfahrung würde Norman erneut eine befristete Stelle annehmen. Die ungewöhnliche Erfahrung scheint seine Bereitschaft für neue Arbeitsgelegenheiten nicht gemindert zu haben. Nach dem Erfolg der zweiten Staffel bereiten bereits mehrere Streaming-Plattformen neue Inhalte vor, die in den kommenden Monaten veröffentlicht werden sollen. Amazon Prime Video hat bereits Interesse an einer dritten Staffel signalisiert, wobei das Setting erneut völlig anders gestaltet werden könnte.


