Die 26-jährige Jette Nietzard, scheidende Vorsitzende der Grünen Jugend, verlässt ihr Amt nicht leise, sondern mit einem handfesten Skandal. In einem 51-Sekunden-Video auf Instagram greift sie Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) frontal an – und nennt ihn am Ende wutentbrannt einen „Hundesohn“.
Damit sorgt die Nachwuchspolitikerin wenige Wochen vor dem Ende ihrer Amtszeit erneut für Schlagzeilen. Schon im Mai hatte sie mit einem provokanten Pullover-Auftritt („All Cops Are Bastards“) Empörung ausgelöst, parteiübergreifend und auch innerhalb der Grünen.
Das Video – frontal gegen Söder
In dem Clip liegt Nietzard bäuchlings auf ihrem Bett, Laptop vor sich, und rechnet mit Söder ab. Sie wirft ihm vor, ein Leben im Luxus zu führen, ohne dafür wirklich zu arbeiten.
- Anwesenheit: Söder sei selten bei Sitzungen, kaum im Parlament.
- Lebensstil: Stattdessen esse er „den ganzen Tag“ und drehe TikTok-Videos.
- Einkommen: Rund 32.000 Euro monatlich, da er gleichzeitig Ministerpräsident und Abgeordneter sei.
Ihre Spitze: „Das ist halt schon geil. Aber wisst ihr: Er will das halt nicht für alle.“ Söders Politik laufe darauf hinaus, dass er selbst reich werde, gut esse und um die Welt fliege, während andere leer ausgingen.
Am Ende steigert sich Nietzard in einen Wutausbruch:
„Dieser Hundesohn will einfach nur das gute Leben für sich und nicht das gute Leben für alle. Das ist doch irgendwie assi.“
Rückzug aus der Parteispitze
Jette Nietzard hatte bereits im Juli angekündigt, nicht erneut für das Amt der Grünen-Jugend-Chefin zu kandidieren. Ihre Amtszeit endet offiziell im Oktober. Der jüngste Ausbruch passt in eine Reihe provokanter Aktionen, mit denen sie in ihrer Amtszeit für Aufsehen sorgte – und für innerparteilichen Unmut.
Söder im Visier der Grünen
Der bayerische Ministerpräsident bleibt seit Wochen ein bevorzugtes Angriffsziel. Erst Ende August hatte Vizekanzler Robert Habeck in einem Interview den CSU-Chef mit den Worten verspottet:
„Dieses fetischhafte Wurstgefresse von Markus Söder ist ja keine Politik.“
Söder reagierte scharf: Er wünsche Habeck „viel Glück außerhalb der Politik“, denn dort könne er vielleicht erfolgreicher sein. Und fügte spöttisch hinzu: „Geh mit Gott – Hauptsache, weit weg.“
Nun also Nietzards Abschied mit einem weiteren Schlagabtausch – ein Abgang, der die Spannungen zwischen den Grünen und Söder noch einmal verschärft.


