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Charlize Theron spricht mit der New York Times

erstmals ausführlich über die Nacht, in der ihre Mutter ihren Vater in Notwehr erschoss

Charlize Theron hat in der New York Times Magazine-Reihe „The Interview“ mit Lulu Garcia-Navarro so detailliert wie nie zuvor über die Nacht des 21. Juni 1991 gesprochen, in der ihre Mutter Gerda Maritz ihren Vater Charles Theron in Notwehr erschoss. Die 50-jährige südafrikanisch-US-amerikanische Schauspielerin war damals fünfzehn Jahre alt und Augenzeugin einer Gewalteskalation, die nur wenige Minuten dauerte und ihre Familie dauerhaft veränderte. Die in der Ausgabe vom 18. April 2026 erschienene Schilderung liefert nicht nur einen bislang unbekannten Detaillierungsgrad, sondern auch die entscheidende Begründung, warum Theron bereit ist, diese Erinnerung heute erneut öffentlich zu machen.

Was an jenem Abend in Südafrika tatsächlich geschah

Der Tag begann unspektakulär. Theron und ihre Mutter kehrten aus dem Kino auf das elterliche Anwesen außerhalb von Johannesburg zurück und stellten fest, dass Charles Theron das Haus zugesperrt und den Schlüssel mitgenommen hatte. Sie fuhren deshalb zum Onkel, der in der Nähe wohnte und bei dem der Vater häufig trank. Theron, die dringend zur Toilette musste, lief ins Haus, ohne die Anwesenden zu begrüßen – eine Geste, die nach ihrer eigenen Darstellung im südafrikanischen Kontext der 1980er- und 1990er-Jahre als respektlos galt. Charles Theron, an diesem Abend erheblich betrunken, reagierte mit ungewöhnlicher Härte.

Wenig später eskalierte die Situation im Haus der Familie. Theron beschreibt, dass sie an der Art, wie ihr Vater an jenem Abend auf das Grundstück fuhr, sofort gespürt habe, dass etwas Schlimmes bevorstand. Sie schaltete das Licht in ihrem Zimmer aus und wartete. Gemeinsam mit seinem Bruder schoss der Vater sich anschließend durch die Stahltüren des Hauses – eine Bauweise, die in den späten Apartheid-Jahren Südafrikas verbreitet war – und kündigte an, sie zu töten. Gerda Maritz holte aus dem Safe eine eigene Waffe und begab sich in das Zimmer ihrer Tochter. Weil die Tür keinen Riegel hatte, stemmten sich Mutter und Tochter mit dem Körper dagegen, während Charles Theron aus kurzer Distanz mehrere Schüsse durch die Tür abgab. Keiner der Schüsse traf eine der beiden.

Als der Vater eine kurze Pause machte, um aus dem Safe weitere Waffen zu holen, öffnete Maritz die Tür. Sie feuerte einen einzigen Schuss den Flur hinunter, der nach Therons Darstellung mehrfach abprallte und den Onkel am Arm traf, und folgte dann ihrem Mann. Im anschließenden Handlungsablauf erschoss sie Charles Theron. Die südafrikanischen Ermittlungsbehörden stuften die Tat als Notwehr ein, es wurde keine Anklage gegen Gerda Maritz erhoben.

Wie Theron die Motivation für ihr Interview begründet

Der zentrale Grund, warum Theron diese Nacht nun erneut öffentlich schildert, ist nicht Aufarbeitung für sich selbst, sondern ein Signal für andere Betroffene. Sie sagt der New York Times, sie sei von dem Ereignis nicht mehr gequält, und sie wolle darüber sprechen, damit Menschen, die selbst häusliche Gewalt erlebt haben, sich weniger isoliert fühlen. Als sie fünfzehn Jahre alt war, habe sie gedacht, dass ihre Familie mit dieser Geschichte alleine auf der Welt stehe. Genau dieser Eindruck, von dem sie heute weiß, dass er falsch war, ist der Anstoß für die Offenlegung.

Theron betont, dass häusliche Gewalt in den meisten Fällen nicht aus einem einzelnen Ereignis besteht, sondern aus einer langen Reihe von Übergriffen, Demütigungen und Einschüchterungen, die sich über Jahre aufbauen. Ihr Vater, den sie als „full-blown functioning drunk“ beschrieb, habe sie körperlich nicht geschlagen, aber durch verbale Aggressionen, betrunkene Autofahrten und ständige Drohungen eine Atmosphäre geschaffen, in der sich Angst normalisierte. Der Abend der Schießerei sei deshalb weniger Anfang als endgültiger Höhepunkt einer Entwicklung, die Jahre zuvor begonnen habe.

Wie Gerda Maritz danach mit der Situation umging

Der vielleicht erschütterndste Teil von Therons Bericht betrifft nicht die Tat selbst, sondern die Zeit unmittelbar danach. Ihre Mutter habe sie am Morgen nach der Schießerei in die Schule geschickt mit der klaren Ansage, man werde einfach weitermachen. Theron bewertet diese Strategie heute rückblickend kritisch, versteht aber die Logik dahinter: Therapeuten standen in ihrem Umfeld nicht zur Verfügung, professionelle Traumaarbeit war kein Konzept, das ihrer Mutter in jener Lebensphase zur Verfügung stand. Die Haltung, die Maritz damals einnahm, war die einer pragmatischen Überlebensstrategie in einer Umgebung, in der jeder wusste, was passiert war, und niemand die passende Sprache dafür hatte.

Ein Jahr nach dem Ereignis reisten Mutter und Tochter nach Europa. Theron arbeitete als Model, zog nach New York, um eine Ballettkarriere zu starten, und musste diese nach einer Knieverletzung aufgeben. 1994 ging sie nach Los Angeles und baute dort in kurzer Zeit eine Hollywood-Laufbahn auf. Gerda Maritz, im Alltag eine südafrikanische Straßenbau-Mitarbeiterin, blieb dabei die engste Bezugsperson ihrer Tochter und begleitet sie bis heute regelmäßig zu öffentlichen Anlässen – unter anderem 2020 bei den Academy Awards.

Wie die Offenheit in die aktuelle Theron-Erzählung passt

Die New-York-Times-Schilderung ist nicht das erste Mal, dass Theron über ihren Vater und die Geschehnisse von 1991 gesprochen hat. Sie hat in den vergangenen Jahren, zuletzt in einem Gespräch mit AnOther Magazine Anfang 2026, angedeutet, wie sehr die Beziehung ihrer Eltern ihre Wahrnehmung von Frauenrollen und Beziehungen geprägt hat. Neu ist an der aktuellen Fassung jedoch die Tiefenschärfe. Theron erzählt nicht zum ersten Mal, aber erstmals mit einer Detailtiefe, die Schlüsselmomente benennt – vom Schlüssel, den der Vater mitnahm, über das Licht, das sie vor der Rückkehr ihres Vaters ausschaltete, bis zur einzigen Kugel, die abprallte und den Onkel traf.

Parallel dazu setzt Theron diese Offenheit gezielt in einen gesellschaftlichen Rahmen. Unter dem Dach ihrer Africa Outreach Project engagiert sie sich seit Jahren gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für Gesundheitsversorgung in Südafrika. Das Interview ist damit weniger eine persönliche Selbstoffenbarung als ein bewusster politischer Akt, der die Glaubwürdigkeit der Zeugenschaft mit einer klaren Handlungsaufforderung verbindet. Sie benennt häusliche Gewalt als Alltagsrealität und nicht als individuellen Tragödien-Einzelfall, den einzelne Familien aus sich selbst heraus erklären müssten.

Was ihre Karriere von dem Trauma getrennt hat – und was damit verbunden bleibt

Theron zählt seit zwei Jahrzehnten zu den definierenden Schauspielerinnen Hollywoods. Ihren Oscar gewann sie 2004 für ihre Darstellung der Seriemörderin Aileen Wuornos in Monster, später folgten Rollen in Snow White and the Huntsman, Mad Max: Fury Road, The Old Guard und Atomic Blonde. Ihre physisch anspruchsvollen Charaktere, oft Figuren mit gebrochener Biografie und kontrollierter Wut, sind in der Kritik immer wieder in Verbindung zu ihrer eigenen Kindheit gebracht worden. Theron selbst hat dieser Lesart nicht widersprochen, sondern in dem AnOther-Interview im Frühjahr 2026 sogar zugestimmt, dass die Erfahrung, ihre Mutter in einer unglücklichen Ehe zu beobachten, ihren Zugang zu Frauenfiguren spürbar ehrlicher gemacht habe.

Die Offenheit des aktuellen Interviews unterscheidet sich von früheren Aussagen in einem entscheidenden Punkt. Theron übernimmt die Schilderung, ohne die Rolle der Mutter zu romantisieren oder den Tod des Vaters zu entpersönlichen. Charles Theron bleibt in der Erzählung ihrer Tochter ein Mensch mit einer Alkoholerkrankung, dessen Verhalten jahrelang eskalierte und dessen Leben an dem Abend endete, als seine Frau zwischen dem eigenen Tod und dem Tod ihres Kindes entscheiden musste. Diese Balance ist das, was den Bericht von einer sensationsorientierten Erinnerung unterscheidet.

Warum die Geschichte auch 2026 noch eine Rolle spielt

Bestätigt ist, dass Charlize Theron in dem am 18. April 2026 erschienenen New-York-Times-Interview erstmals umfassend über die Details der Nacht im Juni 1991 gesprochen hat, dass ihre Mutter Gerda Maritz damals rechtskräftig als Notwehrhandelnde eingestuft wurde und dass Theron die Offenlegung als Beitrag zur öffentlichen Diskussion über häusliche Gewalt versteht. Was bleibt, ist eine Schauspielerin, die entschieden hat, eine der schwersten Nächte ihres Lebens nicht länger als private Schutzfläche zu behandeln, sondern sie in den Dienst einer breiteren gesellschaftlichen Debatte zu stellen. Damit wird das Interview zu einer der seltenen Situationen, in denen ein Hollywood-Star den Unterschied zwischen öffentlicher Performance und biografischer Wahrheit bewusst so klar benennt, wie es möglich ist.

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Written by Vanessa Dahmens

Vanessa Dahmens ist Chefredakteurin von prominews.com und verantwortet die inhaltliche Ausrichtung des Portals mit Fokus auf Prominente, VIPs, Royals und aktuelle Entertainment-News. Seit mehreren Jahren arbeitet sie journalistisch im Bereich People, Medien und Popkultur und verfügt über umfassende Erfahrung in der redaktionellen Aufbereitung von Promi-Themen für ein breites Online-Publikum.

Als Chefredakteurin legt Vanessa Dahmens besonderen Wert auf journalistische Sorgfalt, Quellenbewertung und verantwortungsvolle Berichterstattung. Ihr Anspruch ist es, aktuelle Promi-News nicht nur schnell, sondern auch korrekt, einordnend und transparent zu veröffentlichen – insbesondere bei sensiblen Themen wie privaten Krisen, rechtlichen Auseinandersetzungen oder öffentlichen Kontroversen.

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