Hollywood hat sich eine der faszinierendsten Karrieren der amerikanischen Unterhaltungsgeschichte vorgeknöpft: Cate Blanchett wird Martha Stewart in einem neuen Kinofilm verkörpern. Der Titel des Projekts lautet Good Thing – eine Anspielung auf eine Redewendung, die Stewart in ihren Fernsehsendungen regelmäßig verwendete.
Aufstieg, Imperium, Absturz
Die Regie übernimmt Janicza Bravo, bekannt durch den vielbeachteten Film Zola. Laut dem Branchenblatt Variety konzentriert sich das Biopic auf Stewarts Aufstieg und ihre Karriere als einflussreiche amerikanische Unternehmerin. Einen Starttermin oder weitere Produktionsdetails gibt es bislang nicht.
Martha Stewart, heute 84 Jahre alt, legte 1982 mit ihrem ersten Buch Entertaining den Grundstein für ihre spätere Bekanntheit. In den 1990er-Jahren baute sie mit dem Magazin Martha Stewart Living und der gleichnamigen Fernsehshow ein regelrechtes Lifestyle-Imperium auf – Kochen, Wohnen, Dekorieren, alles aus einer Hand und mit unverwechselbarer Handschrift.
2004 folgte der tiefe Fall: Stewart wurde zu fünf Monaten Haft verurteilt, wegen Behinderung der Justiz und falscher Aussagen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Aktien, bei dem sie von Insiderinformationen profitiert hatte. Der Absturz war öffentlich und spektakulär – genau das Kaliber, das Hollywood anzieht.
Ob Stewart selbst mit der Verfilmung einverstanden ist, bleibt offen. Erst vor zwei Jahren geriet sie in Konflikt mit Netflix über eine Dokumentation über ihr Leben, die ohne ihre volle Zustimmung produziert wurde.
Blanchett als erste Wahl
Cate Blanchett gilt als eine der vielseitigsten Charakterdarstellerinnen ihrer Generation. Acht Oscar-Nominierungen stehen auf ihrer Bilanz, zwei Trophäen hat sie bereits gewonnen: für ihre Nebenrolle in The Aviator (2005) und ihre Hauptrolle in Blue Jasmine (2014). Zuletzt wurde sie 2023 für Tár nominiert. Die Rolle der Martha Stewart dürfte ihr erneut reichlich Oscar-Potenzial bescheren – eine Figur voller Widersprüche, die zwischen gesellschaftlichem Aufstieg, öffentlicher Demütigung und erstaunlichem Comeback pendelt.


